LORD OF THE TOYS

Max „Adlersson“ Herzberg aus Dresden, 20 Jahre alt, hat entschieden sein Leben nicht mit Arbeit zu verbringen. Seitdem referiert er über Messer und alle möglichen andere Produkte, öffnet Gangsta-Rap-Fanboxen, erzählt von sich selbst, besäuft sich in aller Öffentlichkeit, pöbelt und grölt herum, erniedrigt Schwächere, reißt derbe Witze und testet jede Grenze aus, die er sieht – Max ist YouTuber und lebt davon. 

Ist Max ein gewaltverherrlichender Influencer mit rechten Tendenzen oder ein gewöhnlicher Heranwachsender auf der Suche nach Halt und Identität, in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Privatleben und Öffentlichkeit zunehmend verschwinden? Womöglich ist er beides, wahrscheinlich ohne sich dessen allzu bewusst zu sein.

 

LORD OF THE TOYS begleitet Max und seine Clique einen Sommer lang und hinterlässt ein dystopisches Bild der ersten Generation junger Erwachsener, die ein Leben ohne Internet, YouTube und Instagram nicht kennen. Der Film portraitiert sie und untersucht die Welt, in der ihre Lebensmodelle gedeihen: den Westen im Allgemeinen und den deutschen Osten im Speziellen.

LORD OF THE TOYS

Dokumentarfilm, 95 Minuten, D 2018

 

Buch & Montage PABLO BEN YAKOV & ANDRÉ KRUMMEL Künstlerische Mitarbeit ROLAND SCHELIGA Bildgestaltung ANDRÉ KRUMMEL Originalton PABLO BEN YAKOV, MARC EBERHARDT Filmmusik KAT KAUFMANN Zusätzliche Musik I AM MONO & AUDITIVIUM Sprecherin MAXIMILIANE HÄCKE Design & Farbgestaltung ROLAND SCHELIGA Tonmischung & Sound Design TOBIAS ADAM & SIMON PETER Foley Artist LENA BECK Regie & Produktion PABLO BEN YAKOV

 

Eine Produktion der

Filmakademie Baden-Württemberg

 

 

Premiere

61. DOK Leipzig am 31. Oktober 2018

Bei der 61. Ausgabe des Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm DOK Leipzig

wurde LORD OF THE TOYS mit der Goldenen Taube für den Besten Deutschen Langfilm ausgezeichnet.

 

Jurybegründung: "Der Preis für den besten deutschen Dokumentarfilm geht an Lord of the Toys vom Regisseur Pablo Ben Yakov und dem Kameramann André Krummel:

 

Weil er smart, differenziert, extrem mutig und von einer schmerzhaften politischen Brisanz ist. Und den Anspruch erfüllt, den man an einen guten Dokumentarfilm haben muss: Er hilft Leuten, zu kapieren, was woanders los ist. Gezeigt wird der Alltag einer Gruppe von Dresdener Youtubern, Jungs, paar Mädchen, weit und breit keine Erwachsenen, die aus Langeweile und Verlorenheit auf der Grenze zu rechtsradikal unterwegs sind; und dabei mehrere hunderttausend Follower in den sozialen Medien haben. Sie stricken an einer Welt, in der sie was bedeuten, die ihnen aber gleichzeitig die Erfüllung ihrer Bedürfnisse verbauen wird: Vertrauen und Nähe. Die Filmemacher haben eine Grenzüberschreitung geleistet; sie lassen sich vollständig auf ein anderes Milieu, eine andere Generation, eine andere politische Haltung ein, um ernsthaft dem auf den Grund zu gehen, worüber man in Tageszeitungen als Gefahr für unsere Demokratie liest. Sie gehen so tief rein, wie man reingehen kann. Sie versuchen dabei, nicht nach vorgefertigten Schemata zu werten. Und verlieren dabei trotzdem an keiner Stelle ihre Haltung und ihre kritische Distanz. Sie wollen etwas begreifen, nämlich eine Dynamik, die junge Menschen gruppenweise in die Radikalität schlittern lässt. Der Film ist souverän, ohne zu routiniert oder zu abgeklärt zu sein. Er ist liebevoll, jenseits der Floskel. Und außerdem formal – ästhetisch und dramaturgisch – zutiefst beeindruckend. Ein in der Form noch nicht dagewesener Beitrag zum Verständnis dessen, was grade in unserer Welt passiert. Man sagt über Filme gerne mal, dass sie wehtun – dieser Film tut wirklich weh, teilweise physisch. Aber aus gutem Grund." Quelle: DOK Leipzig

 

 

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